Quelle der Daten bis 1973: Die Porta Westfalica links der Weser, Fritz W. Franzmeyer

Zeittafel von Barkhausen

6. Jt. v. Chr.Erste Siedlungsspuren im Mindener Raum
1100 v. Chr.Ungefähr um diese Zeit erreichen die Germanen die Weser und verdrängen allmählich die Kelten
500 v. Chr.Nach Funden von Töpferware und Hüttenresten in 2 m Tiefe erster, eisenzeitlicher Siedlungsnachweis für Barkhausen
9 v. Chr.Schlacht bei Arbalo (Erbe?) des Drusus Tiberius gegen die Germanen
9Das vermutlich aus dem Raume Porta nach Westen ziehende Heer des Varus wird in der „Schlacht am Teutoburger Walde“ vernichtend geschlagen
16Schlacht bei Idistaviso; das Lager der Römer unter ihrem Heerführer Germanicus befand sich möglicherweise auf späterem Aulhauser Gebiet
350-450Eindringen der Sachsen von der Elbe her und Vermischung mit den heimischen Stämmen (im Raum Minden: den Cheruskern)
500-1100Zweite, sächsisch-fränkische Siedlungsperiode. Vermutliche Entstehung der Orte auf „hausen“ (dar. Aulhausen und Barkhausen)
753Die Franken unter Karlmann dringen in den Sachsenkriegen nur bis Rehme vor, da sie die sumpfige oder überflutete Aue links der Weser im Bereich der Porta nicht überwinden können
803Gründung des Bistums Minden
10. Jh.Das Bistum entwickelt sich unter Bischof Landward (958-969) und seinen Nachfolgern zum Fürstbistum mit ebenbürtiger weltlicher Machtfülle
991Otto II. schenkt der Mindener bischöflichen Kirche den am Westufer der Weser gelegenen Teil des Süntelwaldes (das Wiehengebirge)
993Otto III. nimmt am 15. August das von Bischof Milo gegründete Kloster „in Wedegenburch“ unter seinen Schutz
1000Das Kloster in „monte Wedegonis“ wird von Bischof Ramward nach Minden verlegt
1159Erste urkundliche Erwähnung von Aulhausen: Bischof Werner verpfändet den Zehnten zu Aulhausen an St. Martini[1]
1170St. Martini erwirbt den Zehnten von Aulhausen
1187Bischof Thietmar verkauft ein Haus in Aulhausen an St. Martini; Güter des Mindener Wichgrafenamtes „sedicat Oulhusen“ fallen an das Marienstift zurück
UndatiertGraf Otto von Oldenburg bittet den Vogt vom Berge, das Kloster Quernheim gegen den „castellanus in Wedeghensteyn“ zu schützen (vermutlich Ende 12./Anfang 13. Jahrhundert)
1224Kapelle „Margarete in Widegenberg“ wird durch Bischof Konrad von Minden urkundlich erwähnt
1230-1584Die Ritter von Barkhausen sind an der Porta ansässig
13. Jh. (Ende)Burg „Wedeghensteyn“ zählt zum Eigentum der Mindener Stiftsvögte, der Edelherren vom Berge mit Sitz auf der Schalksburg
1305/06weitere urkundliche Erwähnung Aulhausens
1319Die von Slon verzichten am 24. Juni gegen 24 Bremische Silbermark auf die Gerichtsbarkeit über „sancte Margarete in monte Widegonis“
1323Ein Vertrag zwischen der Stadt Minden und dem Vogt Wedekind vom Berge verbietet das Fischen mit großen Netzen zwischen „segraven unde den kulen“
1325Bischof Ludwig vermacht dem Domkapitel den Haupthof „Conradi de Barkhusen“
1342Jahrhunderthochwasser
1397Der vorletzte Edelherr vom Berge, Bischof Otto III., überträgt die Schalksburg und damit auch den Wedigenstein an das Bistum Minden, dem beides 1398 zufällt
1423Erwerb eines Grundstücks von ca. 15 Morgen in „Owelhusen“ durch das Mindener Domkapitel am 15. Oktober
1511Erste Nennung einzelner Barkhauser bzw. Aulhauser Halbmeier im Güterregister von St. Martini, „Obödienz Barckhusen“, des Rudolf Rasche
1530Als Teil des Kirchspiels St. Martini wird auch Barkhausen lutherisch
1530Der mit den katholischen Geistlichen paktierende Johann von Münchhausen auf Schloß Haddenhausen zieht sich nach einem erfolglosen Angriff auf die Stadt Minden mit 700 Mann und 100 Reitern nach Barkhausen zurück
1534Bauern plündern Schloß Wedigenstein, als Drost und Pfandherr Schlepegrell in einem Streit mit der Stadt Minden gefangen gesetzt war
1540 (ca.)Bau der Barkhauser Dorfkapelle
1634Die Schweden attackieren vom Lager zwischen Aulhausen und Bölhorst aus die Stadt Minden
1648Im Westfälischen Frieden wird aus dem Fürstbistum Minden das brandenburgisch-preußische Fürstentum Minden. Barkhausen zählt im Amt Hausberge zur Vogtei „Zwischen Berg und Bruch“
1650 (ca.)Beginn des Schulunterrichts in Barkhausen als „Küsterschule“ an unbekannter Stelle in Kapellennähe
1679Der erste namentlich bekannte Schulmeister, Johann Lothmann, tritt seinen Dienst an
1679Die Franzosen dringen in das Fürstentum ein und belagern längere Zeit die Stadt Minden. Anschließend sollen nach einem Bericht von Pastor Benecke auffällig viele uneheliche Kinder im Dorf geboren worden sein
1682Das Urbar für Barkhausen nennt namentlich 23 Halbmeier, 15 Brinksitzer, 4 Kötter und 4 Neuwohner
1682Jahrhunderthochwasser
1706Beginn der Aufzeichnungen im Barkhauser Kapellenbuch
1719Beim Wedigenstein wird eine Schiffsmühle in Betrieb genommen
1752Friedrich der Große schenkt (über die Mindener Regierung) den Barkhauser Alt-Stätten „Schnetten“ Waldes am Nordhang des Wittekindsberges
1771Der zwanzigjährige Wilhelm Koch von Hof Nr. 17 erhält nach Gewaltanwendung gegen den Wedigensteiner Pächter Cordemann, von dem er sich im Spanndienst geschunden fühlt, eine Stafe von 20 Stockschlägen und vier Wochen Zuchthaus
1773Systematischer Ausbau der „Linienzieher“-Pfade am Aulhausen Ufer zur Förderung der Schiffahrt zwischen Schlüsselburg und Vlotho
1780Burg Wedigenstein wird abgebrochen; Neubau eines Gutsgebäudes
1789Mühlenerbpächter Gößling erhält auch die Fährrechte mit Wirkung ab 1791 in Erbpacht
1790Das Domkapitel errichtet eine Windmühle im Aulhauser Feld
1798Fertigstellung der „Chaussee“ zwischen Minden und Barkhausen (spätere Portastraße)
1807Barkhausen wird Teil des Königreichs Westphalen unter Napoleons Bruder Jérôme
1809Im Zuge der Verwaltungsneuordnung wird Barkhausen zur Mairie X im Canton Haddenhausen, Département Weser, Arrondissement Minden
1810Mit Auflösung des Domkapitels kommen am 1. Oktober dessen Aulhauser und Barkhauser Besitzungen zur preußischen Domänenverwaltung Minden
1811-13Barkhausen ist Teil des französischen Staatsgebiets; Staats- und Zollgrenze ist die Weser
1811Ein Großbrand zerstört weite Teile des Ortsteiles Barkhausen
1811Rechtsstreit zwischen Aulhauser und Barkhauser Colonen über Wegekostenbeteiligung
1812Verhängung des Belagerungszustandes durch die Franzosen mit Beschlagnahmungen, Extrasteuern und Zwangsdiensten
1813In Verfolgung der Franzosen marschieren im November zunächst Russen, dann die Preußen ein
1816Bei der Aufteilung des Regierungsbezirks in 13 Kreise kommt Barkhausen zum Landkreis Minden
1817Heinrich Ludwig Schumacher übernimmt (und saniert in den Folgejahren) als erster sachverständiger Ökonom den Gutsbetrieb Wedigenstein. Er baut im selben Jahr ein neues Gutsgebäude
1818Barkhausen hat 659 Einwohner
1818-89Belegung des Friedhofs im Winkel zwischen Kapellenweg und späterer Kreisstraße, überwiegend mit Erbbegräbnissen einiger Mindener Bürgerfamilien
1819Das erste Dampfschiff, „Herzog von Cambridge“, passiert die Porta
1822Bau des ersten Schulhauses am Kapellenweg für 90 Schüler
1828Urkataster für Barkhausen mit ersten genauen Angaben über sämtliche Flurstücke
1829Fertigstellung des vom Geometer Vorlaender angeregten und maßgeblich vom Wedigensteiner Gutsbesitzers Heinrich Ludwig Schumacher finanzierten „Signalturmes“ auf dem Wittekindsberg (ab 1906: Moltketurm)
1829Einweihung des „Wittekind Denksteins“ auf Gut Wedigenstein in Anwesenheit hoher Amtsträger der Region
1834Großes überregionales Sängerfest
1840-1860Viele Barkhauser wandern nach Amerika aus
1841Jahrhunderthochwasser
1842Friedrich Wilhelm IV. besucht am 23. August die Margaretenklus
1843Die Bauerschaft Aulhausen/Barkhausen wird zur politischen Gemeinde Barkhausen im Kirchspiel St. Martini
1845Frühe Erwähnung des Barkhauser Gasthauses Hoffmann („zur Porta“) in der Reiseliteratur
1847Fertigstellung der privaten Köln-Mindener Eisenbahn mit Bahnhof Porta. Dabei fanden auch viele Barkhauser Arbeit und kamen so über das Hungerjahr 1847 hinweg
1850Schließung des Friedhofes am Kapellenweg und Erstbelegung des Alten Friedhofs zwischen Pfarrstraße und Kreisstraße
1852Der spätere Graf Moltke besucht den Aussichtsturm auf dem Wittekindsberg, der 1906 nach ihm benannt wird
1853Gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Kolon Thomsmeier Nr. 4 und „Amtsrat“ Schumacher zu Wedigenstein als Beispiel für die komplizierten Bewertungsprobleme bei der Ablösung von Grunddiensten und Grundabgaben durch Kapital- oder Rentenzahlungen nach der Bauernbefreiung
1853Arbeitsbeschaffungsprogramm des Landrats von Schlotheim zur Abwendung von Hunger angesichts stark gestiegener Getreidepreise. 423 arme Barkhauser profitierten davon
1856Eröffnung der Eisenhütte Porta Westfalica (spätere Friedrichshütte)
1858Genehmigung einer Kohlen-„Roßbahn“ von der Bölhorst quer durch Aulhausen zur Fähre mit zahlreichen Enteignungen (nicht ausgeführt)
1860St. Martini wird in zwei Parochialbezirke geteilt, die Landgemeinde mit Aulhausen/Barkhausen dem zweiten Pfarrer zugewiesen
1863Im Zusammenhang mit der Ablösung seines Schafhuderechts stiftet Carl Wittekind Schumacher ein Armenlegat von 200 Talern
1864Die neue Kettenbrücke wird für den Werksverkehr zur Eisenhütte, 1866 auch, gegen Brückengeld, für den öffentlichen Fußgängerverkehr freigegeben
1866Gründung des „Kampfgenossenvereins“
1867Fährpächter Gößling unterliegt vor Gericht mit seinem Widerspruch gegen die Kettenbrücke bzw. seiner Forderung nach Entschädigung
1867Rechtsstreit zwischen Forstfiskus und Schnetten-Besitzern um die horizontale Waldgrenze (Fuß oder Scheitel der Heersumer Schichten)
1871Barkhausen hat 1.138 Einwohner
1872Geburt der Malerin und Schriftstellerin Ida Ströver zu Wedigenstein (gest. 1955)
1873Die Gemeinheitsteilung (Rezeß) kommt zum formalen Abschluß
1878Die Martini-Landgemeinde wird in ihren Rechten und Pflichten der Stadtgemeinde gleichgestellt. Dies bringt für Barkhausen u. a. höhere Abgaben mit sich
1878-79Bau eines (schon bald zu kleinen) zweiten Schulhauses neben dem ersten zur Erweiterung der Kapazität auf die 236 Schüler der Gemeinde
1879Die Friedrichshütte stellt den eigenen Erzbergbau ein
1880Beginn der Kohleförderung des Schachtes Aurora der Zeche Laura in Barkhausen-Zollern (bis 1887)
1880Weserbaukasse erstmals im Gemeinderatsprotokoll erwähnt
1883Gründung des Kriegervereins
1885Erste „Bürgerinitiative“ gegen eine geplante Glashütte auf dem Gelände des 1880 stillgelegten Eisenwerkes
1887Erste Wasserleitung Minden-Barkhausen (mit Sammelbrunnen am südlichen Stadtrand und Hochbehälter oberhalb „Unter den Tannen“)
1887Einweihung des dritten Schulneubaus an der Osterfeldstraße (späteres Gemeindehaus) am 31. Oktober
1887Friedhofserweiterung und Anlage von Erbbegräbnissen
1888Gründung des Bergvereins Minden zur Pflege des Wittekindsberges und zur Förderung des Fremdenverkehrs
1891Erstes Wittekindsbergfest an der Margaretenklus als regionales Turn- und Sportfest
1892Gründung des Männer-Turn-Vereins (MTV) Barkhausen
1892Vertrag vom 6. April zwischen der Gemeinde Barkhausen und der Provinz Westfalen über den Bau der Kaiserstraße als öffentliche Straße zum künftigen Denkmal
1893Eröffnung des Dampfstraßenbahnbetriebes Minden - Porta
1893-94Bau eines Vorgängerbaus des Gasthauses Wittekindsburg ("Wirtshaus zur Kapelle")
1895-96Bau des Gasthauses Wittekindsburg durch den Fiskus.
1895Gründung der Ev. Kirchengemeinde Barkhausen am 1. November (erster Pfarrer: Otto Meyer)
1895Gründung des Männergesangvereins „Wittekind“
1895Die „Porta-Westfalica-Gesellschaft“ eröffnet das Hotel Der Kaiserhof als „größtes Haus am Platze“ (erster Pächter: Wilhelm Nolting von der Grotenburg am Hermannsdenkmal). Das Hotel wird 116 Jahre später, am 7.12.2011, nach Konkurs und Heimsuchung durch Vandalen, weitgehend abbrennen
1896Einstellung des Höhlensandsteinbruchs der Betreiberfirma Michelsohn unterhalb des Denkmals am 1. Januar
1896Eine Drahtseilbahn auf den Wittekindsberg wird genehmigt, aber nicht gebaut
1896Antrag auf Eröffnung einer privaten Dampfstraßenbahn für Personen- und Gütertransport zwischen Barkhausen und Bad Oeynhausen (nach Auflagen 1901 zurückgezogen)
1896Barkhausen erhält ein Standesamt (Erster Standesbeamter: August Wiehe)
1896Am 18. Oktober wird das von Bruno Schmitz entworfene Kaiser-Wilhelm-Denkmal (seit 1892 im Bau) in Anwesenheit des Kaiserpaares eingeweiht
1898Kaiser Wilhelm stiftet das Metall für die Barkhauser Kirchenglocken
1899-1901„Verkoppelung“ als Flurbereinigung und Wegebauprogramm
1899Einweihung der neuen Kirche (Architekt: Heinrich Hutze aus Barkhausen) am 10. November. Die Kaiserin schenkt eine Altarbibel mit persönlicher Widmung
1899Gründung des Schützenvereins
1899Gründung des Fremdenverkehrsvereins Minden-Porta Westfalica
1900Erste Telefonanschlüsse
1903Erneute Erweiterung des Friedhofes mit Verkauf von Erbbegräbnissen
1904Einweihung des vierten Schulneubaus an der Schulstraße am 1. Oktober
1905Renovierung und Neuweihung der Margaretenklus, Aufbau eines Glockenreiters
1906Die Kirche bekommt eine neue Orgel. Baumeister: Ernst Plaßmeier aus Kirchheide; Prospektentwurf: Heinrich Hutze
1906Wiedereröffnung des renovierten Aussichtsturms auf dem Wittekindsberg unter dem Namen „Moltketurm“
1906Erste elektrische Straßenbeleuchtung (Fährstraße und Portastraße)
1907Erstes Schützenfest
1907Erstmals wird ein Vertreter des Arbeiterstandes Mitglied in der Gemeindevertretung
1908Erste Straßenkanalisation (von Kaiserstraße/Ecke Portastraße zum Kaiserhof und über die Fährstraße zur Weser)
1908Auf der Lannertstraße wird montags und freitags ein Wochenmarkt abgehalten
1909Eröffnung der „Kleinkinderschule“ in der Osthaus-Stiftung; Betreuung durch Diakonissen aus Bethel (1954-1967: aus dem Mutterhaus Salem-Köslin)
1909Der Plan zur Errichtung eines eigenen Gaswerkes, zusammen mit Hausberge und Lerbeck, scheitert am Einspruch des Kreisausschusses
1910Gründung der Sanitätskolonne im Kriegerverein (1934 in einen Sanitätszug des DRK umgewandelt)
1911Einweihung des fünften, großzügigen Schulneubaus an der Osterfeldstraße für die knapp 500 Schüler der Gemeinde (Architekt: Heinrich Hutze) am 6. August
1911Gründung des Arbeiter-Turn-Vereins (ATV) „Vorwärts“ Barkhausen
1912Einrichtung des Wanderer-Rastplatzes Leonhardi's Ruh und Entdeckung des „steinernen Mannes“, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert, durch den Mindener Bergverein
1912/13Barkhausen wird ans Stromnetz angeschlossen und beteiligt sich mit 38.500 M am Kapital des EMR. Die zu Beginn des Jahrhunderts angelaufene, unzulängliche Teilversorgung über das private „Elektrizitätswerk Porta-Hausberge“ (Krüger'sche Anlage) endet
1913Aus einem Klassenzimmer im Schulbau Osterfeldstraße 4 entsteht die erste „Turnhalle“
1914-18Der Erste Weltkrieg fordert 88 Barkhauser Soldatenopfer
1917Bad Oeynhausen beantragt den Bau einer elektrischen Straßenbahn nach Barkhausen (nicht gebaut)
1918Ida Ströver veröffentlicht in Berlin ihren Roman „Die goldene Pforte“, der ihre Kindheit auf Gut Wedigenstein schildert
1919Heinrich Gerkemeyer erster sozialdemokratischer Bürgermeister (bis 1933, dann von 1946 bis zu seinem Tode 1959)
1919/20Die Gemeinde baut eine aus 15 Häusern mit „Kleinwohnungen“ bestehende „Kolonie“ im Bereich Edelweißstraße – mit anschließendem Rechtsstreit bis in die 30er-Jahre
1919Gründung des Männergesangvereins „Sangeslust“
1920Einweihung des Neuen Friedhofes; der Plan eines Ehrenfriedhofs wird nicht umgesetzt
1920Erster Elternbeirat an der Barkhauser Volksschule
1920Im Zusammenhang mit dem Reichsschulgesetz entscheiden sich die Barkhauser Eltern mit großer Mehrheit für die Beibehaltung der Konfessionsschule
1922Nach dem Mord an Außenminister Rathenau brechen im Dorf am 27. Juni gewaltsame Tumulte linker Jugendlicher aus
1922Übergabe des Neuen Friedhofs am 29. Juli anläßlich der Beerdigung von Gastwirt Seeger (Friedenstal)
1922Ersetzung der Dampfstraßenbahn durch die „Elektrische“. Träger ist die „Straßenbahn Minden GmbH“, eine Tochtergesellschaft des EMR
1923/24Barkhauser Bürger verhindern den Bau einer Chemiefabrik auf dem Gelände der ehemaligen Friedrichshütte
1924Am 10. August wird das vom Kriegerverein erbaute Kriegerdenkmal an der Kaiserstraße (Architekt: Friedrich Wilhelm Schroeder) eingeweiht. Die Gemeinde nimmt es in Schutz und Pflege
1924Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Barkhausen
1924Gründung des Verkehrsvereins Porta unter der Ägide des Dützer und des Hausberger Amtmannes
1925Gründung des Verschönerungsvereins
1925Verabschiedung eines „Ortsgesetzes zum Schutze der Gemeinde Barkhausen gegen Verunstaltung“
1925Regionales Sängerfest in Barkhausen
1926Barkhausen erhält den amtlichen Zusatz „an der Porta“; der Namensfavorit der Gemeinde, „Porta-Barkhausen“, wird von der Regierung in Berlin abgelehnt
1926Anlage des ersten Sportplatzes oberhalb der Kettenbrücke
1927-31Verschiedene Anläufe zum Bau einer schwimmenden Badeanstalt auf der Weser scheitern an Geldmangel
1927Erstes Schützenfest seit 1909
1928/29Nach 22 Jahren Interessenbekundung wird Barkhausen, zusammen mit Häverstädt, Dützen und Bölhorst, an das Mindener Gasnetz angeschlossen; gleichzeitig wird das Wasserleitungsnetz erweitert
1928Eröffnung der Heimatspiele unter Dr. Hollo mit dem ersten Teil von Hebbels „Die Nibelungen“; die Felsenbühne hat 4.000 Plätze
1928Denkmalgerechte Renovierung der Dorfkapelle auf Weisung des Provinzialkonservators (Architekt: F. W. Schroeder)
1929Bau des „Konsums“ an der Portastraße
1929Bau eines Schiffsanlegers
1929Gründung der NSDAP-Ortsgruppe Barkhausen
1930Bau der (Mehrzweck-) Turnhalle mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung aus den Überschüssen der erfolgreichen Freilichtbühne
1931Die Deutsche Goethe-Gesellschaft stiftet den Namen „Goethe-Freilichtbühne Porta Westfalica“
1932Gerhart Hauptmann besucht die Freilichtbühne und verfaßt aus diesem Anlaß ein auf die Porta bezogenes Gedicht
1932Die frühere gewerbliche Fortbildungsschule und spätere Berufsschule Barkhausen geht in der Kreisberufsschule Minden auf, bleibt aber zunächst am Ort
1933Barkhausen hat 2.938 Einwohner
1933Letzte demokratische Wahl zur Gemeindevertretung am 12. März: Die SPD erhält 768, die NSDAP 699 Stimmen
1933Zentrale Sonnenwendfeier des Gaues Westfalen-Nord am 24. Juni als „Fest der Jugend“ in der Freilichtbühne mit 6.000 Teilnehmern
1933Auflösung des Arbeitersportvereins und des Arbeitersängerbundes, damit auch des MGV „Sangeslust“
1933Erzwungene Selbstauflösung der SPD-Ortsgruppe Barkhausen und Auflösung der SPD-gestützten Vereine
1933Die NSDAP erhält am 12. November bei der „Bestätigungswahl“ zum Reichstag in Barkhausen einen Stimmenanteil von 94 % (Reichsdurchschnitt: 92 %)
1934Die Sanitätskolonne des Kriegervereins wird zum Sanitätszug des DRK
1934Versetzung Dr. Hollos nach Detmold
1934Gleichschaltung der Heimatspiele im „Reichsbund deutscher Volks- und Freilichtspiele“ und Unterstellung unter die Reichstheaterkammer
1935Bemühungen um die Ausmalung der Margaretenklus mit Fresken durch die vom Gut Wedigenstein stammende Malerin Ida Caroline Ströver werden 1937 durch die NSDAP-Kreisleitung gestoppt
1935SS-Standartenführer Freimuth wird Barkhauser Ehrenbürger
1936Nach langjährigem Streit um die Finanzierung Ausbau der Portastraße mit Einpflasterung der Schienen sowie mit Geh- und Radweg
1938Die sagenumwobene Wittekindsquelle an der Wittekindsburg versiegt als Folge des Erzbergbaus endgültig
1938Bau der öffentlich geförderten „Siedlung“ im Bereich Kampstraße
1938Bau der „Grünen Brücke“ als Eisenbahnbrücke
1938Der einzig verbliebene Jude, der Viehhändler Siegfried Seelig, wird im November verhaftet; er kommt später in Auschwitz um
1939-45Im Zweiten Weltkrieg kommen 166 Barkhauser durch Kriegseinwirkung ums Leben; 165 von ihnen fallen als Soldaten, werden vermißt oder sterben im Heimatlazarett, 1 Person wird in Minden verschüttet
1941Die Frauenhilfe überträgt das Eigentum an der Osthaus-Stiftung auf die Kirchengemeinde, um das Gebäude dem NS-Zugriff zu entziehen
1941Drei Bomben (die einzigen des gesamten Krieges) fallen am 11. Juli in der Nähe der Lannertstraße auf den Acker
1943Der spätere Superintendent Karl Lücking wird Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Barkhausen
1943Eine Flutwelle nach Bombardierung der Edertalsperre läuft vor der Porta aus
1943Die ersten Evakuierten aus Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Bottrop treffen am 16. August ein: 41 Familien bzw. Mütter mit 72 Kindern
1943-45Rüstungsproduktion im Wittekindsberg (Kugellagerfabrik Dr. Ing. Böhme, Minden; Veltrup-Werke Aachen mit Bau von Panzerfäusten)
1943-45Arbeitslager Porta im großen Saal des Hotels Der Kaiserhof als Nebenstelle des KZ Neuengamme (mehrere hundert Todesopfer, von denen 77 in einem Ehrengrab auf dem Neuen Friedhof bestattet sind)
1945Altpfarrer Friedrich Meyer stirbt am 31. Januar
1945Sprengung der Kettenbrücke und der „grünen (Eisenbahn-) Brücke“durch deutsche Truppen am 3. April
1945Amerikanische Truppen rücken am 6. April nach heftigen Kämpfen in Barkhausen ein
1945Wiederaufnahme des Fährbetriebes (bis 1954)
1945-49Barkhausen gehört zur britischen Besatzungszone
1945Der Barkhauser Rechtsanwalt und Notar Dr. Martin Hutze wird von den Briten mit dem Amt des Mindener Bürgermeisters betraut (bis zur ersten Wahl 1946)
1945Im Dezember wird unter dem designierten Rektor Hermann Pieper aus Bochum die Volksschule wiedereröffnet
1946Jahrhunderthochwasser im Februar (das entschieden höchste seit mindestens 1846)
1946Bei Sprengung der rüstungswirtschaftlichen Stollen im Wittekindsberg durch die britische Besatzungsmacht am 23. April stürzt ein Drittel des Denkmalvorplatzes ein
1946Im Oktober wird der „TuS Vorwärts Barkhausen“ (von 1952 an ohne den Zusatz „Vorwärts“) aus den zwei Ursprungsvereinen gegründet
1949Die Kreissparkasse Minden errichtet eine Zweigstelle in Barkhausen
1950Barkhausen hat 4.132 Einwohner
1950Erste Müllabfuhr durch das Unternehmen Lübking (seit 1959 Pflicht)
1952-1954Renovierung und künstlerische Ausmalung der Kirche; Einbau einer neuen Orgel mit 17 Manualen und Rückpositiv
1954Abschluß eines großangelegten kommunalen Wohnungsbauprogramms im Bereich Untere Breede/Weserstraße
1954Einweihung der neuen stählernen Hohlkastenbrücke
1954Neugründung des Schützenvereins und Wiedereröffnung der Freilichtbühne mit Goethes „Egmont“
1955Einweihung der Kapelle auf dem Neuen Friedhof (Architekt: Carl Bergbrede, Barkhausen)
1955Der letzte Kriegsgefangene, Fritz Brandt, kehrt heim
1959Einstellung des Straßenbahnbetriebes Porta-Minden am 29. Dezember
1960-1962Erste systematische Kanalisierung des Ortes einschließlich des Baues der Kläranlage an der Goethestraße
1961Barkhausen hat 4.215 Einwohner
1963-1968Erweiterungsbau der Schule einschließlich neuer Funktionsräume und eines Lehrerhauses; Umbau der Schule von 1911
1964Bau eines neuen Gemeinschaftshauses („Martin-Luther-Haus“) der Kirchengemeinde
1965Beginn der Erschließung des Barkhauser Gewerbegebietes
1968Ende der Volksschule. Zwei Nachfolgeschulen: 1) vierjährige Grundschule (erster Rektor: Held aus Dützen), 2) bis 1973 fünfjährige, mehrzügige Hauptschule (erster Rektor: Kruse aus Lohfeld)
1969-1971Bau der (zunächst zu Barkhausen gehörenden) Mindener Südbrücke
1971-1974Bau eines neuen Kindergartens
1972Gründung der „Chorgemeinschaft Barkhausen“ aus den beiden Gesangvereinen
1973Die alte Kapelle wird renoviert und unter Denkmalschutz gestellt
1973Mit dem Bielefeld-Gesetz zur Gebietsreform im heimischen Raum wird Barkhausen (als einziger Ort links der Weser) Teil der neuen Stadt Porta Westfalica und verliert den Ortsteil Zollern an Minden
1 Nellner (1953: Übersicht 3 nach S. 110) nennt das Jahr 1139, ohne allerdings eine Quelle und den Anlaß der Erwähnung anzugeben. Diese Jahreszahl gelangte verschiedentlich auch in die nachfolgende Literatur und die Presse. M. E. handelt es sich um eine Verwechslung oder einen Druckfehler.