Robert Kauffeld

Wittekindsburg

Eine beliebte Gaststätte auf dem Wiehengebirge trägt den Namen „Wittekindsburg“, obwohl sie selbst keine Burg ist, sondern mit dem Namen an eine Burg erinnert, von der nach mehr als zwei Jahrtausenden noch Zeichen früherer menschlicher Siedlungen zu erkennen sind.
Wenn man den Weg nördlich der Gaststätte nach Westen geht, erreicht man nach kurzer Strecke große Tafeln, die auf Merkmale hinweisen, die man sonst leicht übersehen könnte. Rechts neben dem Weg ist noch ein Erdwall zu erkennen, der zur früheren Befestigung gehörte.
Wie durch Ausgrabungen nachgewiesen wurde, befanden sich auf diesem Erdwall hölzerne Palisaden. An einer Stelle ist der Erdwall unterbrochen. Hier befand sich das „Häverstädter Tor“.
Auch noch heute führt von hier ein Weg zum früheren Dorf Häverstädt. Auf einer großen Tafel ist dargestellt, wie dieses Tor einmal ausgesehen haben könnte. Hölzerne Palisaden, ein großes Tor, Dorfleben und kriegerische Wächter werden dargestellt.
Im Jahre 1907 wurde die germanische Wallanlage von Professor Langewiesche erforscht. Sie ist etwa 700 m lang, 110 m breit und bildet ein langes, schmales Rechteck.
An gleicher Stelle, so wurde durch Ausgrabungen nachgewiesen, wurde später eine neue Burg erbaut. Sie wurde von einem Mauerring aus Stein geschützt. Wie lange diese Burg bestanden hatte, konnte nicht genau bestimmt werden.
Im Bereich der früheren Wittekindsburg befand sich die Wittekindsquelle, die 1938 versiegte. Grund war der Eisenerzbergbau, der offenbar die wasserführenden Schichten unterbrochen hat.
Ein kleines Bauwerk mit einem Gitter, das die Quelle schützen sollte, ist erhalten geblieben.