„Der Jugend gehört die Zukunft“,

das war damals das Motto, und so wurden alle Jungen und Mädchen ab 10 Jahre zwangsweise Mitglied der HJ bzw. des BDM, wobei der Zwang durch Propaganda und Werbung, aber auch durch das, was dort geboten wurde, geschickt versüßt wurde.
Großartige Plakate zeigten fröhliche Jungen und Mädchen in eindrucksvollen Uniformen. Blond, blaue Augen, sie verkörperten die arische Rasse.
Sie sollten die Offiziere von morgen sein, schon als 10-jährige dem Führer dienen. Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl, das sollten ihre Eigenschaften sein. Sie trafen sich jede Woche zum „Dienst“, erlebten dort ein Programm, das ihnen überwiegend Spaß machte.
Heimatabende, Filmstunden, Geländespiele und Sport standen auf dem Programm, immer aber auch, wenn auch nicht sofort erkennbar, politische Bildung und Vorbereitung auf einen späteren Einsatz als Kämpfer für das Vaterland.
„Der schwerste Panzer geht in Brand, nimmst du die Panzerfaust zur Hand“, hieß es, und man lernte – ist doch ganz einfach – diese Waffe zu bedienen. So würde man, wenn die Jugend zum Führer stünde, den Krieg gewinnen.
Da wären ja manchmal tatsächlich noch alte Leute anderer Meinung. Vielleicht euer Opa? Darauf konnte man leicht hereinfallen – und der Opa musste mit seiner Verhaftung rechnen.
„Der Pimpf“ war eine Zeitschrift, die schon recht deutlich die Jugend auf mögliche Einsätze zur Verteidigung des Vaterlandes vorbereiten sollte. Ausbildung an Waffen gehörte dazu, und mit scharfer Munition schießen zu dürfen, war doch der Beweis, dass man nicht mehr Kind sondern ernst zu nehmender Kämpfer war, und das erfüllte mit Stolz.
Gemeinsam wurden Lieder gesungen, zusammengefasst als „Pflichtlieder der Hitler-Jugend“
Einige Titel:
„Ein junges Volk steht auf zum Sturm bereit“
„Deutschland heiliges Wort. Du voll Unendlichkeit“
„Siehst du im Osten das Morgenrot“
„Heilig Vaterland in Gefahren, deine Söhne sich um dich scharen“
„Es zittern die morschen Knochen“.
Und wenn der Text des Liedes von den morschen Knochen ursprünglich auch gelautet haben soll: „denn heute hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“, haben die Pimpfe wohl alle aus Überzeugung gesungen „gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“.
Die Hitlerjungen hatten zunächst Grüßen und auch Marschieren gelernt. Solange sie das nicht konnten, wurde auf dem Schulhof geübt. Dann zeigte man sich im ganzen Dorf, manchmal sogar singend. Marschieren macht aber erst richtig Spaß, wenn vorn eine Musikkapelle spielt, und dafür gab es den Fanfarenzug.