Plattdeutsch – Hochdeutsch

Zu früheren Zeiten wurde in Barkhausen noch viel plattdeutsch gesprochen. Weil es nicht „fein“ war, sollte es den Kindern abgewöhnt werden. Heute besinnt man sich darauf, dass diese Sprache ein unverwechselbares Kulturgut ist, das erhalten werden sollte. So wurde für den Mindener Raum der „Verein zur Förderung der plattdeutschen Sprache im Mühlenkreis Minden-Lübbecke“ gegründet, der regelmäßig ein Jahrbuch mit unterschiedlichen Beispielen aus den verschiedenen Dörfern herausbringt und sich um Plattdeutsch-Unterricht in Kindergärten und Schulen bemüht.
Mit nachstehenden Beispielen sollen Erinnerungen an einzelne Begriffe wachgerufen werden, die man in Barkhausen früher benutzte.
Aale
achter
annersrümme
anschieten
Appelbotter
Backs
Bloagen
Böxen
bölken
Bottermelksanballerße
Bregen
büste platt
Deetz
donnehaulen
dröppeln
Dürpisser
engeböstig
Faaken
faken
Fissematenten
Frostkötel
Gaffeltange
Greorgienen
gewohr wärn
grienen
güst
hägen
iberig
inne Kuhle träen
katthacken
klabastern
Köppken
Koppweihdoge
Krecke
Liefweihdoge
Lierpel
Lüht
Meume
miejen
Miejemacke
Miejewippe
Openorsch
Peerfleigen
Pingelwost
Plättisen
Pölter
Jauche
hinter
umgekehrt
betrügen
Apfelmus
Backhaus
Kinder
Hose
schreien
Gericht mit Buttermilch
Gehirn
sprachlos
Kopf
festhalten
tropfen
spezielle Damenunterhose
kurzatmig
Ferkel
oft
Unfug
frierender Mensch
zänkisches Weib
Dahlien
erfahren
weinen
gerade eben
bewahren
übereifrig
hinken
streiten
ungeschickt laufen
Tasse
Kopfschmerzen
Türverschluss
Leibschmerzen
Löffel
Mädchen
Mutter
pinkeln
Ameise
Schiffschaukel
der die Tür nicht schließt
blinde Fliegen, Bremsen
kleine Wurst für Kinder
Bügeleisen
Nachthemd
prussen
Püster
Puttappel
quaddern
Quanten
Quäse
ramentern
Ramm
Reff
riebe
risk
Rüe
schellen
Schieteraie
schieterich
Schillegassen
Schinkenbühl
Schlappen
Schleif
schnodderich
schoss seihen
Schräben
Schräbenschnute
Schwattsuuer
Spoikenkieker
stickum
Süll
Sutken
tärgern
lustern
Töges
teuf
Tiffen
Trecke
Tucht
Twei-Öhrs-Korb
ümmeböcken
up schweren Feuten
vanienig
vonne Socken
Weihdoge
Wippstert
wittken
Wöbkenbrot
zackenaan
Zosse
nießen
Gewehr
Bratapfel
schwatzen
große Füße
Blase durch Quetschung
randalieren
Krampf (z.B. in der Wade)
garstige Frau
verschwenderisch
aufrecht, gerade hoch
Hund
schimpfen
Durchfall
dreckig
Graupen, geschälte Gerste
Schlüpfer XXL
Pantoffeln
Schöpfkelle
vorlaut
sollst sehen
Griebenschmalz
Ausschlag am Mund
Gericht mit Schweineblut
Hellseher
heimlich
Schwelle
Schmierfink
ärgern
zuhören
Unsinn
warte
kleiner Hund
Schublade
einsame Gegend
Korb m. zwei Handgriffen
Ziege nochmal zum Bock
schwanger
ärgerlich, verneinend
staunen
Schmerzen
Bachstelze
weiß streichen (Kalk)
Brot mit Schweineblut
rennen
Pferd

Plattdeutsche Witze

kann man ok gaut up plattdütsch vatellen. Man mot seck ok nich schenieren, wenn et mol n´beten deftig teougoht. Wie sind olle nur Minsken un möht us nicht vastecken, wenn wie so kürt, wie us dat Muhl wassen es.
Un sowat het sek taudrogen:
Liesbet kamm trügge vonne Kur ut Salzuflen und froag dat Töchterchen Anna: „Büst du jümmer artig wäsen? Un büst du ook freu int Bedde gohn?“ „Oh ja“, seggt Anna, „jeden Dienstag und Mittwoch schlief unsere Magd bei mich“. „Bei mir“, verbäterte dä Vadder. „Nä“, seggt Anna, „dä schleip jümmer sönndags bi die“.
Moderner Tanz: „Dä danzet so, wie einer, dä tahn Kinner hät un nur een Kloset“
Sat dat hübsche Lüüt mitten Minirock inne Strotenbohn und harre ne lüttje Katten uppen Schoß. „Draff eck von diene seuten Muschi mol nen Foto moken?“, segg dä junge Kerl mit dem Fotoapparat. „Jo, dat drafste“, segg dat Lüüt, „dann mot ober solange einer mine Katte nähmen“.
Nen nacktet Wief sätte seck inne Taxe und well janz schnell no´en Krankenhus. Dä Taxifahrer föhr los, bekiek dat Wief ober jümmer im Rückspeigel, bet dä frug: „Häste noch nie nen nacktet Wief seien?“ „Doch, ober eck möchte wieten, wo du dat Geld för mi versteckt häst“.
„Dän Vastand hät use Dochter von mie“, säh dä Vadder janz stolz. „Stimmt, säh Mudder, „eck hebbe mienen no“.
„Tante Juste, worümme hebbt jie keine Kinner“, frug dä lütke Peter. „Adebar hätt uns noch keine brocht“, säh dä Tante. „Wunnert mi nich, wenn ji jümmer noch an den Klapperstorch glöbet“.
Dä evangelische und dä katholische Pastor gingen in dat Hus mit dä roten Lampe. Dä evangelische kümmt rut un säh: „Dä was better as mien Wief“ „Do hässe recht“, säh der Kotholske.
De Jung de grinnt un grinnt. „Junge wat häst du denn?“ „Use Papa hät sik met´n Hammer up´n Finger hauet“. „Ober dat daut die doch nich weih“. „Nä, ober use Koarl hät dat seihn un ek nich!“
Een Wief sägg to´ne annere: „Miene Dochter vatellt mi olles, ober wirklich olles. Eck bin all janz fertig met de Närven“.
Warüm kümmt de Sachsen nich in´n Himmel? Dä es al vull met dä frommen Westfolen!

Plattdütsck an´r westfölscken Portn

Küert „Plattdütsck“!

Sou lange os et Dißeln gifft,
Sou lange gifft et Buern;
Dat ein´van beiden liggen blisst,
Doa kannste lange luern!

Doa neulich seggt min Fründ, die Lähr´r:
„Och, plattdütsck küern giff´t bol nich mehr,
Dat es wat för´t Museum!“
Dat hät mi wahne upebrocht
Dat wick eis seihn – doa, hät mi docht,
Doa gifft nau wat tau retten. –
Diu wutt met düssen lütcken Bauck,
Met Sprüecken un Verstellckens äock;
In ollen Hüsern up und al
In dien´m Heimoatlanne moal
„Plattdütsck“´n Mahnmoal setten!

Sou lange os nau Buern sind
In iusen Min´er Lanne,
Sou lange küert un spräckt wi platt
Un dat es neine Schanne!

An´r Westfölscken Portn!
Nao Dr. Bensen

Dei Sünne schint joa öwerall,
´t es kloar, man blouß an´n Doage.
Dat es bi us an´n schüönsten es,
Dat es goar keine Froage.

Wou schint woll in´r ganzen Welt
Dei leiwe Sünne heller?
Wou hewwet olle wi sou leiw
Use Wiäserbarge un Feller!

Kieck usen Wauld, die Barge an,
Use Eicken und dei Beucken;
Dat diu sou´n Land eis weer sühst,
Doa kannste lange säucken!

Jao, use leiwe westfölscket Land
höllt Godd in sienen Hännen
Un wat äuck jümmer komen mag,
hei werd´t tom Besten wennen.

Wenn use Landslüe biutn sind,
Wou geern komt sei woll trügge
Un freut sick wenn se dei Porta seiht
Un dei äole Wiäserbrügge!

Die Texte stammen aus dem Buch „Sou küert dei Lüe an´r westfölscken Portn!“ von Ernst Heinrichs.
Ein plattdeutsches Heimat- und Bilderbuch
Druck: Westfälische Neueste Nachrichten, Minden i. W., 1936

 

 

Wer mehr über die Plattdeutsche Sprache erfahren möchte, darf gern im Verein zur Förderung der Plattdeutschen Sprache im Mühlenkreis Minden-Lübbecke e.V. die 1. Vorsitzende Magrit Graefen ansprechen.

Im Internet ist der Verein zu finden unter : www.platt-ev.de