Segelfliegen2018-12-03T09:35:56+00:00

Robert Kauffeld

Segelfliegen am Wiehengebirge

Das zum Weserbergland gehörende Wiehengebirge ist wegen seiner landschaftlichen Schönheit ein beliebtes Ziel für Besucher. Insbesondere Wanderern bieten sich schöne Wege durch die Natur.
So zählt der Wittekindsweg, der ein Teilstück des europäischen Fernwanderweges E 11 ist, zu den Klassikern unter den Wanderwegen.
Weit über die Grenzen der Porta Westfalica hinaus ist das Wiehengebirge aber auch ein bekanntes und beliebtes Ziel der Segelflieger.
Ohne eigenen Antrieb verliert ein Segelflugzeug ständig an Höhe und kann sich nur oben halten oder sogar Höhe gewinnen, wenn es in Aufwindfeldern fliegt. Das können thermische Aufwinde sein, die entstehen, wenn sich Luft über der Erde erwärmt und aufsteigt. Dafür ist Sonneneinstrahlung erforderlich.
Aufwind entsteht aber auch, wenn eine Luftströmung auf ein Hindernis trifft und nach oben gelenkt wird. So ist es bei südlichen Winden am Wiehengebirge. Bei einer Hangneigung, die stellenweise mehr als 60 Prozent beträgt, entsteht ein sehr starker Aufwind, der ein Segelflugzeug regelmäßig auf 600 Meter und weit höher tragen kann.
An der Porta Westfalica wird das Wiehengebirge in östlicher Richtung vom Wesergebirge fortgesetzt und schließt bei Hessisch Oldendorf zum Süntel an.Anders als bei thermischen Aufwinden entstehen über Wiehen- und Wesergebirge sehr lange Aufwindfelder, die weite Flüge von längerer Dauer ermöglichen.
Bereits in der 1950er Jahren wurde von Mitgliedern des Aero-Clubs Minden aufgrund meteorologischer Beobachtungen festgestellt, dass sich bei südlichen Winden nördlich des Wiehengebirges wellenförmige Aufwindfelder bilden, die oftmals an einer langgestreckten Wolke zu erkennen sind.
Diese Cumulus Lenticularis bleibt an der gleichen Stelle und wird nicht vom Wind „weggetragen“.
Eine solche „lange Welle“ wurde früher bereits in Norwegen und Schlesien beobachtet.
Starts in den Weserwiesen bei Minden führten schon damals zu dem Ergebnis, dass vor dieser Wellenwolke ein Aufwindfeld lange Flüge ermöglicht. Bis in die heutige Zeit steuern Segelflieger – jetzt starten sie auf dem Flugplatz Porta – diese Wellenwolke an und erreichen Höhen bis über 1000 Meter.
Der Flugplatz Porta mit der Kennung EDVY liegt im zwischen den früheren Dörfern Vennebeck und Costedt, also südlich des Wiehengebirges. www.edvy.de

Am Flugplatz Porta sind folgende Segelflugvereine zu Hause:

Aero-Club Minden e.V.:
www.ac-minden.de
Aero-Club Bad Oeynhausen – Löhne e.V.:
www.hangfliegen-porta.de 
LSV Vlotho e.V.:
www.lsv-vlotho.de

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