Leporello-Ansichtskarten

 

Die erste Leporello-Variante mit Bildern wurde in speziellen Heftchen in unterschiedlichen Formaten herausgegeben. Später wurde die ersten Leporello-Varianten in den 1920er Jahren drucktechnisch direkt in den Ansichtskarten integriert.
Eine Leporello-Ansichtskarte enthält 10 bis 12 gedruckte Bilder zu meist in schwarz und weiß, die auf einen in Zick-Zack-Art (ziehharmonikaartig) gefalteten und an der langen Seite des Formats verbundenen Papierzettel, der sich hinter einem kleinen Deckel aus Karton befindet. Je nach Motiv der Ansichtskarte kann es sich bei dem Deckel um einen Rucksack, einem Fass, einer Schürze ohne andere Motive handeln.
Ihren Namen hatte diese Art der Ansichtskarten vom gleichnamigen Diener in der Mozart-Oper „Don Govanni“ bekommen, der es pflegte die Geliebten seines Herrn Don Govanni in einem Zick-Zack-artig gefalteten Heft aufzulisten.
Die Ansichtskarten, speziell die Leporello-Karten, kann man getrost als Vorläufer einer heutigen WhatsApp-Nachrichten ansehen. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war es schon regelrecht ein Muss aus den Urlaubsorten Nachrichten per Ansichtskarten an die daheim gebliebenen zu versenden. Speziell mit dem Versenden einer Leporello-Ansichtskarte konnte neben der Ansicht auf der Ansichtskarten weitere Bilder aus dem Ort und deren Sehenswürdigkeiten seine Lieben informieren.
Auch wenn man in dieser Zeit bereits zu den wenigen Leuten gehörte, die sich einen Fotoapparat leisten konnten, war man doch recht sparsam mit den Entwickeln und Vervielfältigen von Bildern. Die selbst gemachten Bilder waren in der Regeln nur für das eigene Fotoalbum zu Hause gemacht worden.
Weitere Serien von Bildern der Sehenswürdigkeiten wurden auch in speziellen Ansichtskarten-Heftchen und kleinen gebundenen Ausgaben erstellt. Etwa in den 1960er Jahren waren die Leporellokarten in Deutschland am Gipfel der Produktion angelangt und verschwanden allmählich aus dem Angebot der Souvenirläden. 

Leporellos

Bilderheftchen

gebundene Ausgaben

Leporello-Ansichtskarten