Robert Kauffeld

Fledermäuse im Wiehengebirge

Fledermäuse, von den Menschen geliebt oder gehasst, gefürchtet oder verehrt, es sind allemal faszinierende Wesen, diese lautlosen Jäger der Nacht. Fledermäuse wurden bereits in der Bibel genannt. Sie werden in Sagen und Legenden verteufelt, in China als Glücksbringer verehrt. Man weiß oft zu wenig über sie, um sie zu bewundern. Zahlreiche Arten leben auch in unserer Heimat, haben oftmals in verlassenen Stollen, auch im Wiehengebirge, ihr Zuhause gefunden. Aber sie sind gefährdet und müssen besonders geschützt werden.

Sandra Meier, Diplom-Landschaftsökologin und ehrenamtliche Fledermausbetreuerin des NABU, weiß viel über die Fledermäuse zu berichten. So erfährt man bei ihren interessanten Vorträgen und Führungen, dass von den mehr als tausend Arten bisher 24 in Deutschland nachgewiesen wurden, in unseren Gefilden immerhin 16 Arten.

Fledermäuse tragen zwar den Namen, sind aber keine Mäuse. Doch es sind auch Säugetiere. Auf Fotos kann man den für Säugetiere typischen Körperbau sehen. Arme mit Ellbogen und Hand sind bei genauem Hinsehen zu erkennen, auch Daumen und Finger. Zwischen den Fingern entfaltet sich die Flughaut, die warm und gut durchblutet ist. Eine beachtliche Spannweite mit bis zu 40 Zentimetern zeigt das bei uns lebende Große Mausohr, das 30 bis 33 Gramm wiegt. Die kleinste Fledermaus wiegt etwa sechs Gramm, so viel wie drei Gummibärchen. Es ist die Zwergfledermaus, die nur eine Spannweite von zehn Zentimetern erreicht.

Fledermäuse orientieren sich bekanntlich durch Echoortung. Doch es war erstaunlich zu erfahren, dass die von ihnen erzeugten Ultraschall-Laute tatsächlich von Stimmbändern und gewöhnlich durch den Mund ausgestoßen werden. Mit einem Fledermaus-Detektor kann man die Töne für das menschliche Ohr hörbar machen. Man kann es kaum beobachten, dass Fledermäuse oft dicht über dem Boden fliegen, aber wer wusste schon, dass sie sogar dort landen und krabbelnd nach Käfern, Spinnen und ähnlichem Getier suchen? Sie orientieren sich nach ihrem Gehör, doch sind sie keinesfalls blind, sie können durchaus Hell-Dunkel-Umrisse erkennen.

Um Fledermäuse besser schützen zu können, ist es erforderlich, eine eingehende Überwachung durchzuführen. So wurden vor einiger Zeit im Wiehengebirge, unweit eines Stollens, lange aus feinsten Fäden gesponnene Netze aufgespannt. Schon nach kurzer Zeit wurde ein großes Mausohr gefangen und behutsam zu dem kleinen Tisch auf dem Waldweg getragen, um es genau zu untersuchen, zu registrieren und schnellstens wieder freizulassen. „Gewicht 28 Gramm, weiblich, hat bereits Junge aufgezogen“, so wurde notiert. Dann die Untersuchung der Zähne – vorsichtig mit Handschuhen, denn der Biss ist recht schmerzhaft. Auch die ausgebreiteten Flügel wurden genau betrachtet. Keine Besonderheiten. Nach wenigen Minuten war die Fledermaus wieder frei.

„Die Art, die am häufigsten vorkommt ist, die Zwergfledermaus. Eine Art, die hier in unseren Wäldern regelmäßig anzutreffen ist, ist das Große Mausohr. Das ist für NRW schon etwas Besonderes“, so Sandra Meier. „Ansonsten trifft man bei uns auch viele Große Abendsegler (Foto), Braune Langohren und auch Wasserfledermäuse“.

Umweltschützer bemühen sich sehr um den Erhalt der hiesigen Fledermausarten. So werden vom Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta e.V. und von der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen Fledermauskästen gebaut, aufgehängt und gewartet.

Das Foto zeigt Erwin Mattegiet, Fledermausschutzbeauftragter des Kreises Minden-Lübbecke, bei der Kontrolle eines Fledermauskastens, der von Friedel Hauptmeier, einem Mitglied der Gruppe, gebaut wurde.

Töne einer Wasserfledermaus
Töne eines großen Abendseglers

Weitere Bilder über Fledermäuse