Denkmalstollen2018-10-09T01:04:28+00:00

Robert Kauffeld

Die Sprengung des Denkmalstollens

Gefahr für das Denkmal

Unter dem Decknamen „Stör II“ wurde ein Jahr vor Ende des Krieges der unterhalb des Denkmals gelegene Stollen zu einem Rüstungsbetrieb ausgebaut. Bis dahin hatte der Stollen dieses früheren Steinbruchs ein Dornröschendasein geführt und nur gelegentlich den Mutproben der Dorfjugend gedient, wenn zum Beispiel die HJ den Kampf gegen die „feindlichen Hausberger“ angeordnet hatte.
Als dann der Bereich um die Höhle weiträumig abgesperrt wurde, begannen umfangreiche Bauarbeiten. Innerhalb weniger Monate wurden der Höhleneingang mit einer meterdicken Betonwand gesichert und im Inneren mehrere Stockwerke errichtet. Das konnte nur durch den schonungslosen Einsatz von KZ-Häftlingen erreicht werden. Bald produzierten die Mindener Firma Dr.-Ing. Böhme Teile für den Flugzeugbau und die Firma Veltrup aus Aachen Panzerfäuste.
In den letzten Tagen des Krieges konnte sich die Barkhauser Bevölkerung selbst einen Eindruck von dem Rüstungsbetrieb machen, als sie wegen der bevorstehenden Kampfhandlungen Schutz in den unterirdischen Anlagen suchen durfte.
Nach dem Einmarsch der Besatzer war vorauszusehen, dass solch ein kriegswichtiger Betrieb zerstört werden sollte. Ein Jahr dauerte es, bis am 23.04.1946 um 15:30 Uhr eine riesige schwarze Rauchwolke vor dem Denkmal zum Himmel stieg und der Detonationsknall mehrerer Tonnen Sprengstoff die zahlreichen Zuschauer erschreckte, die weitab in den Weserwiesen das Schauspiel beobachteten.
„Ein peitschender Explosionsknall von ungeheurer Wucht durchschlug am Dienstagnachmittag die wartende Stille im weiten Teil der Westfälischen Pforte“, so berichtete damals eine Mindener Zeitung.
Große Teile Barkhausens waren vorher geräumt worden. Alle Fenster mussten geöffnet werden, auch in Hausberge und Neesen. Trotzdem gingen Fensterscheiben zu Bruch und manches Haus verlor Dachpfannen. Aber – und das war den Barkhausern wichtig: Das Denkmal stand! Doch wie sehr es gefährdet war, konnte man noch bis zum großen Umbau im Jahre 2018 sehen, denn ein großer Teil des Vorplatzes war nach unten gestürzt. Die Sandsteinmauer, die an beiden Seiten stehen blieb, zeigte lange Zeit den früheren Verlauf des halbrunden viel größeren Platzes. Unten, wo früher einmal der Eingang zum Stollen war, liegen heute klobige Felsbrocken und Geröllmassen, ein guter Hintergrund für die Zielscheiben des Barkhauser Schützenvereins.

Ein Video über die Sprengung des Denkmalstollens findet man bei Youtube.

https://youtu.be/gv3FjzpVj1U

Mit einem Klick auf den Link gelangen Sie zu dem Youtube-Video.